| Desorientierung | zurück | ||
| Deorientierung ist die akute Abwesenheit des Bekannten. Orientierung erscheint Desorientierung gegenüber als unsexy und langweilig. Orientierung kann ein Moment der Überraschung, der Möglichkeit des Abenteuers sein. In einem desorientierten Moment kann dies gefährlich und furchteinflössend wirken. Ella Chmielska, Kulturwissenschaftlerin, Edinburgh Orientierung und Desorientierung sind keine Gegensätze, sondern Ergänzungen – sie unterscheiden sich in der Qualität. Bernard Cadet, Kognitionspsychologe, Caen Gestaltung muss desorientierende Komplexität verdeutlichen und damit eine Orientierung möglich machen. Gerhard Buurman, Interaction Designer, Zürich Willkür desorientiert, weil man nicht weiss, wie sie gestaltet ist. Daraus resultiert Angst. Momente der Desorientierung sind Systemübergänge. Yana Milev, Künstlerin, Berlin Desorientierung ist nicht nur nicht Wissen wo, sondern auch Irritation aufgrund früherer Erfahrung. Angst ist nicht nur eine Folge der Desorientierung, sondern auch Ursache. André Richter, Psychologe und Psychiater, Zürich Dessorientierung heisst, dass die Verlässlichkeit/Vertrautheit räumlicher, zeitlicher, situativer oder personeller Ordnungen schwindet – ein Auseinanderklaffen subjektiver Erwartung und objektiver Gegebenheit. Synonyme für Desorientierung können sein: negativ: Anarchie, Chaos, Mischmasch, Verwirrung, Konfusion positiv: ausscheren, ausbrechen, freisetzen, neu orientieren, zweifeln, in Frage stellen Wer ist Desorientierungs-GewinnerIn, wer -VerliererIn, wenn Desorientierung Krise und Chance sein kann? Wer kann sich Desorientierung bzw. die Koketterie damit leisten? Franz Schultheis, Soziologe, St. Gallen Desorientierung ist das Fehlen von Weite. Die desorientierte Situation entsteht, wenn das Zuhause verschwindet. Desorientiert Ordnung mehr als Unordnung? Ruedi Baur, Signaletiker und Gestalter, Zürich |
|||