| Die innere Uhr | zurück | ||
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Tag und Nacht, das Wechselspiel von Licht und Dunkel, ist für die
meisten Lebewesen so einschneidend, dass es seine Spuren in den Genen hinterlassen
hat. Eine Art Uhr – die innere eben – sorgt dafür, dass
der menschliche Körper eine Vielzahl von Vorgängen in einem Rhythmus
von etwa 24 Stunden an- und abschaltet. Der offensichtlichste dieser «circadianen» Rhythmen
ist der Schlaf-Wach-Zyklus. Die innere Uhr misst die Dauer eines Tages nur ungefähr; beim einen Menschen ist der Zyklus etwas länger, beim anderen etwas kürzer. Um im Takt mit der geophysikalischen Zeit zu bleiben, die durch die Rotation der Erde um die eigene Achse bestimmt wird, wird die Uhr mit Hilfe von Lichtsensoren jeden Tag von neuem geeicht. Das geschieht in einem kleinen Gehirnareal, dem so genannten suprachiasmatischen Nucleus (SCN). Der SCN liegt etwa auf der Höhe der Nasenwurzel, an der Stelle, an der sich die Sehnerven kreuzen. Über feine Nervenfasern empfängt er Signale von den Lichtsinneszellen der Augen und gibt sie weiter. Wird es dunkel, kurbelt er so zum Beispiel die Produktion des Hormons Melatonin an, das uns schläfrig macht. In praktisch jeder einzelnen Körperzelle existiert eine eigene innere Uhr, die dafür sorgt, dass gewebespezifische Vorgänge rhythmisch ablaufen. Der SCN synchronisiert die Zelluhren, ohne ihn geraten sie aus dem Takt. |
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